SV 09 Alsdorf e.V.

Willkommen auf der Website unseres Sportvereins in 57518 Alsdorf mit den Abteilungen Fußball, Tischtennis, Turnen/Gymnastik und Shaolin Kempo

Shaolin Kempo | Die Abteilung stellt sich vor

Shaolin Kempo ist eine traditionelle Kampfkunst, ein chinesisches Karate im Drachenstil mit japanischen Prägungen für klein und groß, jung und alt. Es bietet eine Kombination aus Karate-Techniken und Kung-Fu-Bewegungen, wobei die einzelnen Techniken einerseits hart und kraftvoll, aber trotzdem auch fließend und geschmeidig ausgeführt werden. Bei diesem Sport werden Beweglichkeit, Koordination, Kraft und Ausdauer trainiert. Das Shaolin Kempo dient in erster Linie der Selbstverteidigung und orientiert sich an realistischen Gefahrensituationen.

In der regelmäßigen Übungspraxis werden Grundtechniken und Bewegungsprinzipien in Form von festgelegten Zweikampfübungen (Kumite) und Bewegungsformen ohne Partner (Kata) erlernt. Dabei kommen Tritte, Schläge, Stöße und einfache Hebel- und Wurftechniken zum Einsatz. Zudem finden auch Formen des freien Übens statt.

Bei Anfängern wird zunächst auf eine sinnvolle, effektive und situationsentsprechende Auswahl von einfachen Selbstverteidigungstechniken Wert gelegt. Später, im Fortgeschrittenen-Status, ist eine Ausgewogenheit zwischen Hebel, Wurf-, Faust- und Fußtechniken gefordert.

Ziel der Sportart ist auch das harmonische Wechselspiel von geistigen und körperlichen Aspekten. Die Schüler erhalten die Möglichkeit, einige ihrer eigenen Grenzen auszuloten. Darüber hinaus soll Shaolin Kempo als Kampfkunst auch einen Beitrag zur geistigen Entwicklung leisten. Es sollen Fähigkeiten wie Verantwortung, eine positive Einstellung zum Leben und anderen Menschen gegenüber sowie Offenheit und Ehrlichkeit gefördert werden.

Wesentliche Bestandteile des Trainings

Kihon: Grundschule

In der sogenannnten Grundschule werden alle Techniken zusammengefasst (Stände, Faust-, Fuß- und Abwehrtechniken). Diese werden einzeln oder in kleinen Kombinationen beim Training geübt. Dies ist vor allem für Anfänger wichtig und wird in den entsprechenden Gruppen intensiv trainiert. Auf diese Techniken bauen alle weiteren Bewegungsabläufe auf.

Kumite: Zweikampfübungen

Die Kumite sind festgelegte Partnerübungen. Sie beinhalten Verteidigungen gegen vorgeschriebene Angriffe mittels Kombinationen aus Ausweichbewegungen, Abwehr- und Kontertechniken.

Kata: Bewegungsformen ohne Partner

Die Kata oder auch Saifa ist ein festgelegter "Kampf" aus Abwehr- und Kontertechniken gegen mehrere imaginäre Gegner aus unterschiedlichen Richtungen. Hierbei kommt die Beherrschung der Techniken und die Koordinierung komplexer Bewegungsabläufe zum Ausdruck. Charakteristisch für die Saifa sind der dynamische Rhythmus, der Wechsel der Ausführungsgeschwindigkeit und der Standhöhen sowie eine angemessene Atmung.

Blockformen

Blockformen sind festgelegte Partnerübungen, bei denen Angriff und Abwehr von beiden Partnern im Wechsel stattfinden. Man kann sagen dass es erweiterte Kumite sind, die ab dem 1. Dan geprüft werden.

Graduierungen

Wie in vielen Kampfkünsten werden auch im Shaolin Kempo Gürtelgrade vergeben. Es wird zwischen den Schülergraden (Kyu) und den Meistergraden (Dan) unterschieden. Jeder dieser Stufen ist eine Gürtelfarbe zugeordnet. Es werden fünf Kyu-Grade und zehn Dan-Grade verliehen, jeder Schüler beginnt als Weißgurt (6. Kyu).

6. Kyu

5. Kyu

4. Kyu

3. Kyu

2. Kyu

1. Kyu

1. Dan - 10. Dan

weiß

gelb

orange

grün

blau

braun

schwarz

Für eine Schülergradprüfung müssen sich die Sportler mindestens sechs Monate vorbereiten, auf die Prüfung zum Braungurt sogar ein Jahr. Dan-Grade werden bis zum 4. Dan geprüft, höhere Grade werden verliehen. Die Vorbereitungszeit liegt hier zwischen einem und sechs Jahren. Bei Dan-Prüfungen wird jeweils neben einer Reihe von Vorbereitungslehrgängen auch die Teilnahme an einem Erste Hilfe-Lehrgang gefordert.

Entstehung und Entwicklung

Der 1928 in der Mongolei geborene Niederländer Dschero Khan Chen Tao entwickelte Shaolin Kempo in einer durch den Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg geprägten Zeit. Dschero Khan Chen Tao soll durch Aufenthalte während der Kinder- und Jugendjahre in verschiedenen Klöstern Kontakt zu chinesischen Kampfkünsten gehabt haben. Der japanische Einfluss entstand durch Begegnungen mit Kampfkunstexperten wie Yamaguchi Gogen (Goju-Ryu-Karate) sowie Doshin So (Shorinji-Kempo). Nach seiner Emigration in die Niederlande im Jahre 1956 nahm Dschero Khan Chen Tao den Namen Gerard Karel Meijers an. 1962 gründete er seine erste private Kampfkunst-Schule. Von diesem Zeitpunkt an verbreitete sich Shaolin Kempo zunächst in den Niederlanden und ab 1967 auch in Deutschland, wobei aufgrund der Nähe zu den Niederlanden der Niederrhein das größte Verbreitungsgebiet ist.

In Deutschland entstand dann die "Interessengemeinschaft Shaolin Kempo". 1973 wurde unter Beteiligung von Gerard Karel Meijers der niederländisch-deutsche Verband "Chinesische Kung Fu Assiociation" gegründet. Mitte der 1970er Jahre schlossen sich die ersten Shaolin-Kempo-Vereine offiziellen Sportfachverbänden aus dem Bereich Judo und Karate an. Im Dezember 1981 wurde schließlich der "Shaolin-Kempo-Verband NW" gegründet. Dieser schloss sich dem 1982 gegründeten "Dachverband für Budotechniken Nordrhein-Westfalen" an.

Um auch anderen chinesischen Systemen eine Verbandsmitgliedschaft zu ermöglichen, wurde 1985 der Verbandsname in "Nordrhein-Westfälischer Shaolin-Kempo/Kung Fu Verband" geändert (dieser Verband nannte sich später in "Wushu-Verband NRW" um). Ebenfalls 1985 wurde auf Bundesebene der Deutsche Shaolin Kempo/Kung Fu Verband gegründet. Durch Zusammenschluss mit einem weiteren Verband entstand 1988 die "Deutsche Wushu Federation". Innerhalb dieses Verbandes wird Shaolin Kempo heute betrieben. In dem Verband gibt es eine eigene Fachschaft "Shaolin Kempo".

Die Bezeichnung "Shaolin" soll in Anlehnung auf den nordchinesischen Kampfstil Chuan Su und in Bezug auf die in den dortigen Provinzen synonym gebräuchliche, buddhistische Bezeichnung für den so genannten "harten Stil" gewählt worden sein. Die Bezeichnung "Kempo" sollte den starken Einfluss der philosophischen und meditativen Aspekte verschiedener Karate-Systeme ausdrücken, insbesondere des japanischen Kempo. Die ursprünglichen Elemente des chinesischen Drachenstils sind in der heutigen Form des Shaolin Kempo nicht mehr in der Vielzahl vorhanden, um von einem klassischen Drachenstil zu sprechen. Wohlgleich wird der chinesische Drache im Shaolin Kempo symbolisch für Kraft, Gewandtheit und Weisheit geführt.

Für die Bezeichnung der Techniken wurden die japanischen Begriffe gewählt, da die chinesischen zu kompliziert erscheinen und die Verwendung der japanischen Bezeichnungen auch eine bessere Verständigung mit anderen asiatischen Kampfkünsten (z.B. Karate) ermöglicht.